Muslime sollten gegen Beleidigungen öfter mal vor Gericht gehen

KOMMENTAR VON DANIEL BAX

In Deutschland muss das Urteil erstaunen. Gerade hat ein französisches Gericht die
Exschauspielerin Brigitte Bardot wegen “Volksverhetzung” zu einer Geldstrafe von
15.000 Euro verurteilt. Die militante Tierschützerin hatte in einem offenen Brief über
die rituelle Schächtung von Schafen beim islamischen Opferfest geklagt und sich
dabei mal wieder abfällig über Muslime geäußert.


Im Vergleich zu dem, was hierzulande zuweilen über Muslime gesagt und
geschrieben wird, nehmen sich die Äußerungen der Französin, die mit einem Mitglied
der rechtsextremen Front National verheiratet ist, freilich eher harmlos aus: Muslime
würden ihr Land “zerstören” und “uns ihre Handlungsweisen auferlegen”, hatte sie
geschrieben.
Bardot ist eine Wiederholungstäterin und schon mehrfach wegen ähnlicher Delikte
verurteilt worden. Das liegt schlicht daran, dass es in Frankreich eine kritische
Öffentlichkeit gibt, die solchen Salonrassismus nicht einfach goutiert: Gleich drei
Menschenrechtsorganisationen hatten diesmal gegen sie Klage eingereicht.
Muslimische Verbände in Deutschland sind in dieser Hinsicht wesentlich
zurückhaltender. Sie halten es für kontraproduktiv, gegen jede unqualifizierte “Islam-
Kritik” vor Gericht zu ziehen, weil sie fürchten, sich damit nur den Ruf als notorische
Querulanten einzuhandeln oder diesen noch zu verstärken. Sie setzen auf den
Dialog mit der Mehrheitsgesellschaft und appellieren an die Vernunft, um Vorurteile
aus der Welt zu räumen. Sie sind vermutlich auch schlicht überfordert, um sich
gegen jede einzelne Anfeindung zur Wehr zu setzen.
Diese Zurückhaltung ist falsch. Denn es hätte eine zivilisierende Wirkung, wenn
muslimische Verbände häufiger vor Gericht ziehen würden, um gegen Beleidigungen
und Diffamierungen ihrer Glaubensgemeinschaft zu klagen. Wenn Prominente mit
Vorbildcharakter nicht in der Lage sind, zwischen sachlicher Kritik und übler
Nachrede zu unterscheiden, dann können ihnen vielleicht die Gerichte dabei helfen.
Noch besser wäre es natürlich, würde die deutsche Öffentlichkeit die Muslime damit
nicht alleine lassen.

Eine Antwort zu “Muslime sollten gegen Beleidigungen öfter mal vor Gericht gehen”

  1. Wilhelm Entenmann Sagt:

    Persönlich halte ich die Koran Sure 9 (”At-Tauba”) für eine Verunglimpfung und Bedrohung aller Nicht-Muslime.
    Und wenn mir, wie erst jüngst wieder eine Muslima auf meinem Blog sagt, daß auch ich von Geburt ein Muslim sei, dann fühle ich mich beleidigt und in meiner Wahlfreiheit eingeschränkt. Letzteres aber erzeugt Reaktanz.


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